Taliban-Kommandeur des Nordens gefasst
Was die Bundeswehr seit Jahren im Raum Kunduz vergeblich versucht, ist jetzt offenbar dem pakistanischen Geheimdienst ISI gelungen. Mullah Abdul Salam soll nach Presseinformationen in einer Religionsschule nahe der pakistanischen Stadt Peschawar festgenommen worden sein. Mir selbst ist die Person Salams aus beiden Einsätzen sehr vertraut, wurde er doch für zahlreiche Anschläge gegen deutschen Truppen verantwortlich gemacht. Er war damit stets ein hohes Ziel meiner Abteilung.
Inssgesamt haben die feindlichen Kräfte im Norden in den letzten Monaten empfindliche Verluste hinnehmen müssen – nicht zuletzt wegen der stärker werdenden amerikanischen Präsenz im Raum. Die Taliban-Gruppen werden sich meiner Einschätzung nach aber dennoch reorganisieren und den Kampf mit Beginn der wärmeren Jahreszeit wieder aufnehmen.
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 18. Februar 2010 um 10:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Blog abgelegt. Sie können die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
3 Reaktionen zu “Taliban-Kommandeur des Nordens gefasst”
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Von: Politikverdruss
Habe Ihr Buch “Unter Beschuss” gelesen. Gratuliere zu dieser “politisch inkorrekten” Beschreibung dieses Bügerkrieges.Insgesamt wurde mir dabei deutlich, dass die Rolle der deutschen Spitzenmilitärs in der Öffentlichkeit viel zu wenig beleuchtet wird. Nach meiner Beurteilung sind sie in erster Linie dafür verantwortlich, dass die erforderliche Kampfausstattung nicht zugeführt wird. Für einen militärischen Verantwortungsbereich von 160000 Quadratkilometern ganze vier Marder vorzusehen, kann man doch nur als militärischen Schwachsinn bezeichnen. Das will ich unseren Spitzenmilitärs nicht unterstellen. Was aber ist der Grund für diese Zurückhaltung? Ist es ein ausgeprägtes Duckmäusertum?
Die Generalstabsoffiziere in der Tradition von Moltke waren ihren Vorgesetzten gegenüber zum Widerspruch verpflichtet. Was ist daraus geworden? Das Versagen im Norden hat Militärische Ursachen, die in der unzureichenden Kampfkraft der Deutschen zu sehen sind.Warum wird das nicht klar benannt? Das Problem scheint aber bereits die taktisch-operative Ebene erreicht zu haben,wenn ich mir das Verhalten des Com RC Nord während des Kundusluftschlages ansehe.
Die deutsche Sicherheitspolitik wird auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen und die Spitzenmilitärs versäumen es, dagegen die Stimme zu erheben. Die Erläuterung der neuen Strategie durch den neuen Generalinspekteur am 26.01.10, zusammen mit dem VtgMin, kann man nur überschreiben mit den Worten: Verschleiern, täuschen und tricksen! Z.B. die verschwurbelte Antwort auf die Frage eines Journalisten, ob die Auflösung der Quick Reaction Force auf eine Verbesserung der Lage in Kundus hindeute.
Insgesamt kann ich ihren Zorn auf die militäriche und politische Führung unseres Landes nachvollziehen. Bleiben Sie dran und viel Erfolg!
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Von: Georg
Ein Grund für das politisch weitgehend angepasste Verhalten der deutschen Generaliät ist der § 50 des Soldatengesetz (SG). Danach können Generale ohne Angabe von Gründen jederzeit in den vorläufigen Ruhestand versetzt werden. Die Entstehungsgeschichte dieses Paragraphen, den es in ähnlicher Auslegung auch für politische Beamte gibt, aus den Verhältnissen der Weimarer Republik ist nachvollziehbar. Jedoch wird dieser Paragraph heute, meiner Meinung nach, dazu verwandt der Generalität einen Maulkorb zu verpassen. In der freiwilligen Vorwegnahme von politisch gewünschten Entscheidungen trägt sich dieser Prozess bis in die mittleren Ränge der Bw weiter.
Hier fordert die politische Führung eine Loyalität für militärisch (handwerklich) falschen Entscheidungen, die eigentlich jeden verantwortlichen Truppenführer vor einer innerlichen Zerreissprobe stellt. Es gibt ja offizielle Berichte über die unzureichenden Mittel und Kräfte in AFG (Heyst-Report, Erfahrungsberichte der Einsatzkontingente), nur die werden von der Presse mangels tollen Schlagzeilen nicht in die breite Öffentlichkeit gepuscht.
Die Presse stürzt sich lieber auf Fotos mit Totenschädel, d.h. die Presse trägt schon eine gewisse Mitschuld, dass die deutsche Öffentlichkeit unzureichend, mit einem falschen Tenor, informiert wird.
Wobei ich mir bei dem plötzlich Einstellen des sicherheitspolitischen Blogs “Augen geradeaus” von Thomas Wiegold beim FOCUS, nicht sicher bin, ob diese Maßnahme auf politischen Druck ausgeführt wurde, weil er zu erfolgreich die Schizophrenie der deutschen Afghanistanpolitik in der Öffentlichkeit darstellte.Ich freue mich wieder auf den 20. Juli, wenn die polistische Führung wieder ihrer Lobreden auf die Zivilcourage als solditsche Tugend und Vorbild für die Soldaten der Bundeswehr hält !
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Von: Alexander G.
Nachfolgend der Link zu einem Ausschnitt aus dem “Heyst-Bericht”
http://www.geopowers.com/Machte/Deutschland/probl_ger/HeystEmpfehlungen.pdf